Zur Erinnerung an Astrid Paul (geb. Adam)

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Gründungsmitglied, Organisatorin und Büroleiterin des Vereins „Dritte-Welt-Initiative“ Nordhausen e.V. von 1990 bis 1996, gestorben im Sommer 2010

Liebe Astrid

Vor sechs Jahren bist du für immer gegangen.

Wir hatten uns ein bisschen aus den Augen verloren, als du mit deinem Michael Nordhausen in Richtung Süddeutschland verlassen hast, um dort ein neues Leben zu beginnen. Es wurde nur ein kurzes Glück.

Deine Verbindung zum Verein ist jedoch nie abgerissen. Du wolltest immer auf dem Laufenden gehalten werden, was aus deinem „Baby“ geworden ist.

Denn ohne dich würde es diese ganze Aktion der Nordhäuser Hilfe für die weißrussischen Kinder vermutlich gar nicht geben. Du hast diesen Verein aufgebaut, ihm Strukturen gegeben und das Büro „geschmissen“. Nebenbei hast du zudem in Schulen über die Dritte Welt und deine Arbeit berichtet.

Auch mich hast du eines Tages überredet, euch als „rasender Reporter“ auf einem eurer Hilfstransporte zu begleiten. Und wir waren von Anfang an auf einer Wellenlänge. Nie vergesse ich die Zeit, als wir Witze erzählend und Lieder von den „Ärzten“ singend, vorne im LKW saßen und Richtung Gomel rollten.

Aber du konntest auch anders. Mit fast russischer Mentalität hast du mit deinen Sprachkenntnissen den Grenzern in Brest oft gezeigt, wo es langgeht und uns so wohl vor vielen weiteren Stunden unnützen Wartens bewahrt.

Als „kleine Chefin“ dieser verrückten Trucker-Truppe auf den Hilfstransporten, konntest du auch den härtesten Kerlen klare Ansagen machen.

Schließlich ist zwischen uns eine Freundschaft entstanden. Und ich lernte auch die weiche und sensible Astrid kennen. Auch als du in Süddeutschland wohntest, haben wir manchmal telefoniert, uns leider aber nur noch zwei oder drei mal gesehen.

Und dann kam der Krebs. Du hast gekämpft und schließlich verloren. Ich habe nicht einmal geschafft, mich noch von dir zu verabschieden.

Deshalb schreibe ich dir nun diesen Brief. Er soll auf unserer neuen Internetseite an dich erinnern.

Es gibt Menschen, die leuchten wie Sterne, auch über den Tod hinaus.

Im Ferienlager sehen wir diesen Sternenhimmel immer ganz deutlich! Und dann weiß ich, du bist da und blickst auf deine Ferienkinder! Vielleicht singe ich in diesem Sommer am Lagerfeuer mal wieder einen „Ärzte“-Song! Nur für dich!

Du fehlst!

Dein Arne

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